Pastoren aus aller Welt warnen: Umgang Südkoreas mit dem Leiter einer religiösen Minderheit setzt bedenklichen Präzedenzfall für religiösen Pluralismus

SEOUL – Bei der Ersten Weltpastoren-Gemeinschaftsversammlung am 13. warfen religiöse Führungspersönlichkeiten aus drei Kontinenten eine Frage auf, die über die Schlagzeilen des Tages hinausreicht: ob das südkoreanische Rechts- und Regulierungssystem religiöse Minderheitsbewegungen anders behandelt als etablierte Mehrheitsreligionen – und ob die aktuelle Gefangenschaft eines 95-jährigen religiösen Leiters Symptom dieses Ungleichgewichts ist, statt eines isolierten Rechtsfalls.

Die von sieben christlichen Organisationen aus dem In- und Ausland ausgerichtete Versammlung, an der rund 3.000 Teilnehmer vor Ort und online teilnahmen, beschränkte sich nicht auf einen Einzelfall. Redner aus Südkorea, Russland und Sambia nutzten die Gefangenschaft von Lee Man-hee, dem Leiter der religiösen Gemeinschaft Shincheonji, vielmehr als Ausgangspunkt für eine grundsätzlichere Frage: wie Gesellschaften die Rechte neuer oder unpopulärer Glaubensgemeinschaften gegen den Impuls abwägen, sie regulatorisch aus dem öffentlichen Leben zu verdrängen. Mehr lesen