Aus medizinischer Sicht empfiehlt Prof. Dr. Markus Masin eine individuelle Stratifizierung nach eGFR-Stufe, Albuminurie, Entzündungsstatus und Sarkopenie-Risiko. Die Proteinziele werden in Korridoren definiert, nicht als starre Grenzwerte. Essentielle Aminosäuren spielen eine zentrale Rolle, da sie bei gleichem anabolen Effekt weniger Harnstoffbildung verursachen. Bei Bedarf kommen spezielle Supplemente zum Einsatz. Kalium- und Phosphatspiegel müssen engmaschig kontrolliert werden, da erhöhte Proteinzufuhr diese Werte beeinflussen kann. Die Kontrollen umfassen eGFR, Elektrolyte, metabolische Bilanz und Hydratation in regelmäßigen Abständen. Diese Vorgehensweise verhindert Entgleisungen und Heilungsstopps und vermeidet dadurch Hochkostenfälle. Für Kostenträger ist die dokumentierte Balance zwischen Heilung und Nierenfunktion transparent nachvollziehbar und medizinisch fundiert.